Gewaltprävention

Persönlichkeitsförderung durch Kunstprojekte

Toygiants

... und welche Rolle spielt die bildende Kunst?

Persönlichkeitsentwicklung

Die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und die Entfaltung der Persönlichkeit stellen einen wichtigen Faktor für Lebensfreude und -bewältigung dar. Die Entwicklung des Selbstwertgefühls, der Kommunikationsfähigkeit und Konfliktbewältigung sind Bereiche der Persönlichkeitsentwicklung und bilden die Schwerpunkte dieser Aktivitäten zur Gewaltprävention. Sie finden statt in der Auseinandersetzung mit der modernen Kunst.

Praktische Beispiele

So haben sich die Kinder mit den Arbeiten von Emil Nolde unter dem Motto „Farben und Gefühle“ auseinandergesetzt und sich in der Aquarellmalerei geübt. Aber auch Themen wie „Brutale Kraft“ oder „Lebensfreude“ aus der Mappe „Phantasien“ regten zu Rollenspielen und Fotografien mit Gesichtsausdrücken an, die Freude, Wut oder Trauer widerspiegeln. Im Juli 2006 präsentierte die Kindertagesstätte in ihren Räumen den Eltern und Besuchern erste Ergebnisse des Projektes auf ihrem jährlichen Sommerfest.

Auch die Ausstellung „Erweiterte Portraitstudien“ mit Fotografien und Projekten von Ken Ohara gab einige Anregungen für eigene Projekte. So fotografierten die Kinder selbstständig auf dem Hansaplatz einige Passanten und in einem weiteren Schritt machten sie mit einer Einmalkamera Aufnahmen von sich und ihrer unmittelbaren Umgebung. Die Gruppe der „Kunstforscher“ schrieb einen Brief an Ken Ohara, in dem sie über ihr Projekt berichteten und den Künstler in die Kindertagesstätte einluden. So hat sich seit August ein reger Briefwechsel zwischen dem Künstler und der Kita entwickelt. Und am 1. März 2007 kam Ken Ohara zu einem Besuch aus Kalifornien in die Kita. Ken Ohara ist zu einem fernen und doch vertrauten Freund geworden. Zu seinem Geburtstag sangen die Kinder im Schlosshof ein Geburtstagständchen und schickten ihm eine DVD mit vielen Glückwünschen, Fotos und Bildern zu.
Ken Ohara: „Den Besuch im Kindergarten und die Begegnung mit den Kindern werde ich nie vergessen. Die Fotos und die Geschenke der Kinder sind für mich das Kostbarste, das ich je erhalten habe. Ich schätze Eure Arbeit und Euer wunderbares Projekt mit den Kinder außerordentlich und halte es für sehr wertvoll. Ich freue mich, dass ich daran teilhaben darf. Die Begeisterung der Kinder ist das schönste Geschenk.“

Bereits im Januar 2007 hatten die Kinder Besuch von der Berliner Künstlerin Julia Oschatz, die ihnen einen Katalog und neue Arbeiten vom „Wesen“ mitbrachte. Die Kinder hatten mehrmals die Ausstellung „Vager Vagabund“ mit Gemälden, Drucken und Videoarbeiten von Julia Oschatz besucht und waren so fasziniert, dass sie selbst einen Film drehten. Dazu hatten sie Masken gebastelt und Wesen mit ganz eigenen Charakterzügen entwickelt. Aus Schuhkartons wurde eine begehbare Behausung für das Wesen gestaltet.

Viel Fremdes entdeckten die Kinder in der Ausstellung „NEOBIOTA. Fragmente des Missverstehens: Peking“ der beiden Künstler Via Lewandowsky und Christine de la Garenne. Sie begannen, auf ihre eigenen Art und Weise, das Land zu entdecken, indem chinesisches Essen entdeckt und sogar mit Stäbchen gegessen wurde. Eine Kalligraphin vermittelte in der Kita sogar die ersten Grundlagen von chinesischen Schriftzeichen. Daraus wurde eine Ausstellung in der Kita gestaltet.

In der Ausstellung „Home Stories“ entdeckten die Kinder die verschiedenen künstlerischen Positionen zum Thema Wohnen. So wurde in Anlehnung an die Klanginstallation von Kristof Georgen ein Klangbild in der Kita erstellt. Nach Ideen der „Mädchenzimmer“ von Pia Lanzinger wurden Fotos des eigenen Zimmers neu gemacht oder alte Bilder mitgebracht und in der Gruppe diskutiert.
Die Videoarbeit „Flooded Home“ von Susanne Kutter, bei der in Echtzeit von 1 Stunde ein Schwimmbecken mit einer komplett eingerichteten Wohnzimmerausstattung geflutet wird, lieferte Anregungen, ein Aquarium mit selbst gebastelten Minimöbeln zu fluten. Dabei wurde der genaue Ablauf dokumentiert und anhand der Flutung und des Ablaufes der Wassermenge das Heber-Senker-Prinzip erfahren.

Zur Ausstellung „Landschaften“ mit Fotografien von Michael Reisch haben die Kinder im Allerpark Landschaften fotografiert, um sie anschließend am Computer zu verändern: Wege wurden verlegt, Bäume vergrößert oder Laternen entfernt. In der Kita wurde das Modell einer Fantasielandschaft kreiert. Für den Künstler Michael Reisch stellten die Kinder Fotoalben ihrer Landschaften zusammen und schenkten sie ihm.

Seit der Eröffnung der Ausstellung TOYGIANTS mit Fotos von Daniel & Geo Fuchs setzten sich die Kinder intensiv mit der Welt der Spielzeug- und Comicfiguren auseinander. Einzelne Fotos wurden genauestens betrachtet und analysiert, auch die Wandbilder der Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg wurden verglichen. Die Gäste des Hauptbahnhofs wurden auf die Ausstellung im Schloss Wolfsburg hingewiesen. In der Kita wurden einzelne Szenen mit Figuren aus der eigenen Sammlung inszeniert und fotografiert. Da viele Fragen zu einzelnen Figuren auftauchten, wird nun der Sammler Selim Varol einen Brief der Kinder erhalten und um Hilfe und Auskunft gebeten.